Freiwillige Feuerwehr Lüdinghausen

Löschzug Seppenrade

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Seppenrade

Am 02. November 1924 wurde die erste Generalversammlung, aufgrund eines Gemeinderats-Beschlusses vom 16. Juli 1924, im Saal des Wirtes Anton Kock, für alle Interessenten, zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr einberufen.

Aus allen Teilen der Gemeinde hatten sich Interessenten versammelt. Nach Bekanntgabe des Verhandlungsprotokolls vom 16. Juli und dessen Genehmigung vom 24. Juli 1924, wurde zur endgültigen Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr geschritten. Dabei wurden die bereits vorbereiteten Statuten angenommen. In den Vorstand wurden gewählt:


Kaufmann Hermann Nopto, Dorf 22 Branddirektor 
Gutsbesitzer Franz Sch. Dieckmann, Dorf 31 Stellvertreter
Wirt Anton Kock, Dorf39 Brandmeister
Gutsbesitzer Heinr. Sibbel, Reckelsum 23 Brandmeister
Kolon Heinrich Hölper, Leversum 14 Brandmeister
Schuster Josef Ballering, Dorf 80 Stellvertreter
Landwirt Wilhelm Sibbel, Reckelsum Stellvertreter
Landwirt Bernhard Hölper, Leversum 14 Stellvertreter
Zimmermann Heinrich Krebber, Dorf 2 Zeugwart
Kolon Heinrich Helmig, Reckelsum 15 Zeugwart
Tischler Heinrich Bünder, Leversum 12 Zeugwart
Lehrer Siegfried Ahlmann,Dorf Schrift- und Kassenführer
Amtmann Fischer Ehrenvorsitzender


Die “Statuten für die Freiwillige Feuerwehr zu Seppenrade“ umfaßte 21 Paragraphen und eine Feuerlöschordnung als Anhang. Demnach war die Feuerwehr nicht nur bei Bränden zur Hilfeleistung verpflichtet, sondern auch zur Rettung von Personen und Sachen der bedrohten Einwohner.

Die Feuerwehr hatte die Bedienungen der technischen Feuerlöschgeräte bei einem Einsatz zu übernehmen und den gesamten Hilfsdienst zu leisten. Der Branddirektor unterstand beim Einsatz dem Polizeichef. Die Feuerwehr bestand aus ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern. Alle 18 bis 50jährigen Seppenrader im Besitz der Bürgerrechte konnten ordentliches Mitglied werden. Die außerordentlichen Mitglieder konnten im Bedarfsfall als Ordnungsmannschaft rekrutiert werden.

Alle, die ordentliche Mitglieder werden wollten, mußten einen schriftlichen Antrag stellen, der von 7 Vorstandsmitgliedern zu beraten und mehrheitlich zu befürworten war. Ein Austritt mußte ebenfalls schriftlich eingereicht werden. Wer die Statuten und die Feuerlöschordnung nicht befolgte, oder sich unehrenhaft aufführte, wurde ausgeschlossen. Ausgeschlossene Mitglieder konnten frühestens nach 2 Jahren einen neuen Aufnahmeantrag stellen.

Die Leitung der Wehr lag in den Händen des Vorstandes. Der Vorstand war alle 3 Jahre auf der Generalversammlung neu zu wählen. Dabei wurde berücksichtigt, daß in jedem Jahr ein Teil des Vorstandes neu zu wählen war. Der Vorstand hatte die Vereinsgeschäfte zu beraten und zu erledigen und ebenso Streitigkeiten zu beheben. Der Branddirektor hatte die Versammlungen zu leiten und ein Protokollbuch zu führen. Die ordentlichen Mitglieder zahlten keine Beiträge. Die außerordentlichen Mitglieder zahlten einen Beitrag in die Gemeindekasse, wobei diese Gelder nur nach Vorschrift des Ortsstatuts verwendet werden durften. Freiwillige Spenden waren zulässig. Freiwillige Zuwendungen sollten zunächst den im Dienst erkrankten und erwerbsunfähigen Feuerwehrmännern zugute kommen, außerdem zum geselligen Vergnügen und zur Finanzierung der Feuerwehrmusik Verwendung finden. Jedes aktive Mitglied sollte von der Gemeinde versichert werden.
 
In dem Anhang zu den Statuten wurde die Feuerlöschordnung aufgeführt. In dieser wurde festgelegt, daß die Freiwillige Feuerwehr aus drei selbständigen Sektionen bestand. Diese waren:


  Sektion I Dorf   Dorfbauerschaft u. Tetekum
  Sektion II    Reckelsum und Emkum
  Sektion III    Ondrup und Leversum


Die einzelnen Sektionen waren wiederum in 4 Abteilungen unterteilt:
 
  Steiger- und Rettungsabteilung 
  Spritzenabteilung 
  Wasserabteilung 
  Ordnungsabteilung


Die Einstellung in die einzelnen Abteilungen erfolgte nach Qualifikation. Übungen wurden in den einzelnen Sektionen je nach Bedarf, mindestens jedes Vierteljahr, durch den Brandmeister angeordnet. Der Brandmeister gab dazu den Sammelplatz für die Übungen vor. Besondere Beachtung wurde der Disziplin gegeben, so wurde z.B. lautes Rufen und Lärmen streng untersagt.

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