Freiwillige Feuerwehr Lüdinghausen

Löschzug Seppenrade

Die Anschaffungen der Feuerwehr

Lange Jahre wurde mit bescheidenen Mitteln versucht der verheerenden Macht des Feuers entgegenzuwirken.

Erst im Zeitalter der Industrialisierung wurde, durch die Erfindungen von Löschgeräten und Motoren, die Bekämpfung des Feuers den Feuerwehrmännern erleichtert. Diese Geräte sind sehr teuer, doch alle hoffen, daß diese nicht so oft eingesetzt werden müssen.

Als im Jahre 1924 die Feuerwehr nur noch freiwillig ihren Dienst tat, wurden die Feuerspritzen und anderen Gerätschaften von der Gemeinde übernommen. Bald wurde auch der Ruf nach einem neuen Spritzenhaus laut. Aus Kostengründen wurde 1926 beschlossen auf den Steigerturm zu verzichten. Im gleichen Jahr wurde noch eine gebrauchte Spritze zum Preis von 500,00 Reichsmark erworben. Im Jahre 1927 wurde ein Antrag von den Tetekumer Feuerwehrleuten gestellt, ein neues Gerätehaus zu errichten. Neue Gerätschaften konnten oft nur unter Mithilfe der Provinzial-Feuerversicherung beschafft werden. 1926 kostete z.B. ein Hanfschlauch 1,80 Reichsmark pro Meter. Am 30. März 1928 wurde festgestellt, daß man mit 2 älteren Handdruckspritzen und 2 Hakenleitern nicht in der Lage ist, dem gegebenen Auftrag nachzukommen.

Im Juni 1930 wurde der Gemeinderatsbeschluß gefaßt ein neues Spritzenhaus mit Steigerturm am Gausemarkt zu errichten. Hierzu wurde der Firma Kock zum Preis von 3.498,71 RM, incl. Material, der Auftrag erteilt. Die Einweihung wurde am 17. Juli 1932 vorgenommen.
 
Um den Wassertransport durchführen zu können wurden in all den Jahren, an den verschiedensten Stellen der Gemeinde, Feuerlöschteiche eingerichtet. Besonders in den 30er Jahren wurden mit dem damaligen Reichsarbeitsdienst viele dieser Teiche angelegt. Unter anderem wurde im Jahr 1937 die Scheune Nibbenhagen (heutiger Parkplatz bei Stegt) zum Preis von 6.500,00 RM erworben, um die ehemalige Jauchegrube mit einem Fassungsvermögen von ca. 34 cbm als unterirdischen Löschteich zu nutzen.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde erstmals am 01. Februar 1942 mit einem motorbetriebenen Fahrzeug ausgestattet. Es handelte sich dabei um einen Mercedes Benz LF 8 mit einem Anhänger und dazugehörender TS (Tragkraftspritze) 8/8. Dieses Fahrzeug wurde bis zum 16. August 1973 eingesetzt und anschließend an die Dortmunder Thierbrauerei als “Bierlöschfahrzeug“ verkauft. Dank der guten Pflege der Seppenrader Feuerwehrkameraden konnte dieses Fahrzeug noch einige Jahre als Werbeträger dienen.

Am 03. Juli 1955 wurde die TS gegen eine neue, von der Firma VW gebaute Pumpe, ausgetauscht.

Das erste Tanklöschfahrzeug wurde am 01. April 1960 in Dienst gestellt. Es handelte sich um ein Fahrzeug der Firma Magirus-Deutz, Bauart F Mercur 125 A sechs Zylinder, 125 PS. Dieses TLF (Tanklöschfahrzeug) war mit einem Wassertank von 2.400 Liter ausgestattet. Es handelte sich um eine Normalversion mit Allrad. Das Angebot der Fa. Magirus lautete über 48.020,-- DM, zuzüglich Sonderausstattung in Höhe von 7.911,65 DM. Dieses Fahrzeug wurde im Jahr 1995 außer Dienst gestellt und von der Stadt veräußert.
 
Im August 1966 konnte ein weiteres Fahrzeug übernommen werden. Es handelte sich um ein LF 8 (Löschfahrzeug) TS 8/8. Dieses Fahrzeug wurde von der Firma Mercedes Benz gebaut, war auf ein Fahrgestell L 710 montiert und mit 100 PS ausgestattet. Dieses Fahrzeug hat, dank der guten Pflege, auch über 30 Jahre seinen Dienst getan.

Am letzten Samstag im Dezember 1966 war ein großer Tag für den Löschzug Seppenrade. An diesem Tag wurde das neue, von Architekt Gustav Havermeier geplante, Feuerwehrgerätehaus an der Mollstraße von Pfarrer Westhoff eingeweiht. Das bisher genutzte Gerätehaus am “Gausemarkt“ wurde später im Zuge der Straßenverlegung abgerissen. Im neuen Gerätehaus stand auch erstmals ein Schulungsraum den Feuerwehrmännern zur Verfügung.
 
Am 25. November 1971 wurde ein VW-Bully als Mannschaftstransportwagen dem Löschzug zur Verfügung gestellt.

Am 04. Januar 1980 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug der Firma Magirus-Iveco übernommen. Dieses Fahrzeug löste nach 20 Jahren offiziell das erste Tanklöschfahrzeug ab.

Am 25. Mai 1992 wurde der Löschzug mit einem neuen Mannschaftswagen der Firma Ford ausgerüstet. Dieses Fahrzeug löste den bis dahin benutzten VW-Mannschaftswagen ab.

 

Als die Stadt Lüdinghausen im Jahr 1994 die Verwaltungsnebenstelle Seppenrade aufgab wurden die freiwerdenden Räumlichkeiten durch die Feuerwehrkameraden in Eigenleistung umgebaut, so dass der alte und mittlerweile viel zu beengte Schulungsraum im Keller der Feuerwache durch einen modernen großen Schulungsraum mit moderner Technik wie Videobeamer und Lautsprecheranlage ersetzt werden konnte. Der alte Schulungsraum wurde ebenfalls saniert und wird seitdem als Mannschaftsraum für Einsatznachbesprechungen, Brandmeistersitzungen, Gruppenarbeiten und auch zur Kameradschaftspflege genutzt.

 

Die letzte Großanschaffung für den Löschzug Seppenrade war der seit langem geforderte LF 16. Dieses Fahrzeug der Firma Iveco Magirus wurde im Dezember 1996 in Dienst gestellt und ist mit einem Wassertank von 1.600 Litern ausgerüstet. Außerdem ist dieses Fahrzeug auch mit einer Rettungsschere bestückt. Die Anschaffungskosten von rund 465.000,00 DM wurden durch die Versicherungssteuer und die Stadt finanziert.

Die Absicht des DRK Seppenrade, ein DRK-Heim neben der Feuerwache zu errichten, bot der Stadt Lüdinghausen Anlass und Gelegenheit, auch die Feuerwache Seppenrade in diesem Zuge zu sanieren und zu erweitern. Die vorher direkt im Abgasbereich der Großfahrzeuge untergebrachten Umkleidegelegenheiten wurden durch eine moderne räumlich vom Fahrzeugbereich getrennte Umkleide ersetzt, die sanitären Anlagen wurden saniert und um eine Damentoilette ergänzt und Duschmöglichkeiten wurden geschaffen. Der Werkstattbereich wurde verlegt und erneuert, ein weiterer Fahrzeugstellplatz wurde geschaffen, eine Abgasabsaugung und neue Rolltore eingebaut und eine moderne Zentrale mit Büro, Archiv und Funktisch zur Koordinierung der Einsatzkräfte bei Großschadenslagen eingerichtet. Die "neue" Feuerwache wurde am 29.04.2007 mit einem Tag der offenen Tür der Bevölkerung präsentiert und eingeweiht.

Durch die Jugendfeuerwehr wurde im Jahr 2008 aus Eigenmitteln und mit der Hilfe von Sponsoren ein eigener Mannschaftstransportwagen angeschafft, der neben dem Transport der Jugendlichen zu Ferienlagern, Wettkämpfen und Dienstabenden auch bei Einsätzen des Löschzuges Seppenrade eingesetzt wird.

Im Jahre 2009 schließlich wurde der MTW des Löschzuges Seppenrade durch einen neuen modernen MTW ersetzt, der durch einen fest installierten Funktisch mit 4m- und 2m-Funkgerät, sowie Telefon und Laptop auch als "kleiner" Einsatzleitwagen eingesetzt werden kann.

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